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VERWALTUNG VON WOHNEIGENTUM
 

Aufgaben des Verwalters:

1. Die Aufgaben und Befugnisse des Verwalters ergeben sich in erster Linie aus dem WoEigG, insbesondere den §§ 27 und 28, aus dem Bestellungsbeschluss (s. § 1) sowie aus der Teilungserklärung/Gemeinschaftsordnung, jedoch diese nur, wenn dieser Vertrag keine anderen Bestimmungen enthält.Eine Erweiterung oder eine gesetzlich zulässige Beschränkung der Aufgaben des Verwalters durch Beschluss der Wohnungseigentümerversammlung wird für den Verwalter nur bindend, wenn er schriftlich zustimmt. Es gilt § 3 dieses Vertrages.Ergänzend gelten die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über den entgeltlichen Geschäftsbesorgungsvertrag (§ 675 BGB) und die allgemeinen Vertragsvorschriften des Gesetzes.

2. Soweit der Verwalter zur Erledigung seiner Aufgaben nach § 27 Abs. 1 - 4 WoEigG rechtsverbindliche Erklärungen namens der WEG Dritten gegenüber abgeben muss, gilt er in gleicher Weise mit der Verwalterbestellung als hierzu bevollmächtigt und zwar in gleichem Umfange wie nach § 27 Abs. 2 WoEigG.

3. Der Verwalter ist berechtigt, einzelne Aufgaben Gehilfen oder sonstigen Personen zu übertragen und hierfür Untervollmachten zu erteilen. Die Übertragung der gesamten Verwalterstellung auf eine dritte Person ist ausgeschlossen.Soweit dem Abschluss einzelner Geschäfte oder der Abgabe von Erklärungen § 181 BGB entgegensteht (Rechtsgeschäfte zwischen Verwalter und WEG außerhalb dieses Vertrages), bedarf es eines Beschlusses der WEG, wenn eine solche Befreiung nicht schon im Bestellungsbeschluss enthalten ist.

4. Zur außergerichtlichen und gerichtlichen Geltendmachung von Ansprüchen der WEG gegenüber Dritten ist der Verwalter gemäß dem Bestellungsbeschluss (§ 1) oder nach jeweils besonderem Beschluss der WEG berechtigt.

5. Neben der Durchführung der Beschlüsse der Wohnungseigentümer (§ 27 Abs. 1 Nr. 1 WoEigG) hat der Verwalter dafür zu sorgen, dass die einzelnen Wohnungseigentümer ihre gesetzlichen Pflichten nach § 14 WoEigG und aus der Teilungserklärung / Gemeinschafts-ordnung erfüllen. Er ist berechtigt und verpflichtet, im Säumnisfalle zu mahnen und sonstige Maßnahmen zu treffen, insbesondere dann, wenn durch unsachgemäßen Umgang mit dem Sondereigentum das Gemeinschaftseigentum gefährdet oder beeinträchtigt wird. Hierüber ist die WEG unverzüglich zu unterrichten.

6. Der Verwalter übernimmt es, die Versammlungen der Wohnungseigentümer jeweils vorzubereiten, die Einladungen zu versenden oder zu überbringen, die Versammlung zu leiten und die in der Versammlung gefassten Beschlüsse zu sammeln und umzusetzen. Die in der Versammlung nicht anwesenden Wohnungseigentümer sind über die gefassten Beschlüsse zu informieren.

7. Bei seiner Vorsorge um die Instandsetzung oder Instandhaltung der gemeinschaftlichen Anlagen (§ 28 Abs. 1 Nr. 2 WoEigG) wird der Verwalter die notwendig werdenden Maßnahmen soweit vorbereiten, dass sie von der Wohnungseigentümerversammlung sachgemäß und rechtzeitig beschlossen werden können und der Verwalter ermächtigt werden kann, die erforderlichen Verträge mit Handwerkern oder Lieferanten im Namen der WEG abzuschließen.

8. Alle gemeinschaftlichen Gelder und sonstigen Vermögensgegenstände, die der Verwaltung unterliegen, sind vom Verwalter von seinem sonstigen Vermögen stets getrennt zu halten. Er ist jedoch berechtigt, eigene Auslagen sowie seine Vergütung für die Verwaltertätigkeit (s. § 6) bei Fälligkeit zu entnehmen und in der vorzunehmenden Rechnungslegung (§ 28 WoEigG) besonders auszuweisen.
Die Instandhaltungsrücklage ist einmal jährlich nach Beschluss durch die Eigentümerversammlung festverzinslich als Geldanlage anzulegen.

9. Beim Verwalter eingehende rechtsgeschäftliche Erklärungen oder Zustellungen, die für die WEG bestimmt sind (§ 27 Abs. 2 Nr. 5 WoEigG), sind den Wohnungseigentümern unverzüglich mitzuteilen oder weiterzuleiten.

10. Erstellung des Wirtschaftsplans und Rechnungslegung (§ 28 WoEiG)